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Pir Sultan Abdal

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Alt 23.01.10   #1
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Standart Pir Sultan Abdal


Pir Sultan Abdal



Die Welt, die Pir Sultan Abdal erschuf

Aus Zentralasien kommend, treffen die Turk-Völker nach und nach ab dem 7. - 8. Jahrhundert in Kleinasien ein, nachdem sie sich zuvor in Horasan (Nordiran) angesiedelt hatten. Über den ursprünglichen Grund ihrer Auswanderung aus Zentralasien wurden verschiedene Theorien aufgestellt, wobei die wahrscheinlichste die Expansion der Mongolen in ursprüngliche Turk-Gebiete und daraus folgend die Flucht der Turk-Stämme nach Südwesten darstellt. Im Horasan-Gebiet und später in Kleinasien werden sie mit einer Tatsache konfrontiert, die sie bei ihren ursprünglichen Gesellschaftsstrukturen (geprägt durch ihre "schamanistische" Religion) nicht kannten. nicht erwarten konnten, nämlich den sunnitisch geprägten "Feudalstaat" der Osmanen. Gewohnt an eine solidarische und teilende Lebensweise konnten sie die Unterdrückung und Ausbeutung auf keinen Fall akzeptieren.

Bei ihrer Kritik am orthodox-sunnitischen Islam, welcher die Unterdrückung und Ausbeutung legitimierte, fanden sie die Anhänger Ali's an ihrer Seite, die die Werte des Christentums und den "batinitischen Glauben" mit der einheimischen Bevölkerung Anatoliens zur Verschmelzung gebracht hatten. Werte, die Menschen in tausenden von Jahren mit großen Mühen schufen, wurden von ihnen meisterhaft zu dem verschmolzen, was man als "Alevitentum" (Alevilik) bezeichnet.

Die Dynamik der Entwicklungen führte in kurzer Zeit zu heftigen und verhehrenden Ergebnissen. Denn der Islam entwickelte sich in seiner batinitischen Richtung zu einer Volksreligion, wurde ein "Islam des Volkes", währenddessen entwickelte sich die orthodoxe Richtung zu einer offiziellen Religion, verknöcherte in seinen Dogmen. Der batinitische Orden (Tarikat), der sich nie von der realistischen Lebensweise entfernte, wurde die Religion des Volkes, indem er sich verweltlichte. Durch Aufnahme von Tradition und Regeln, entstanden aus Solidarität und Teilhaben, wurde sie eine göttliche Ideologie.

Die sunnitische Orthodoxie, die die Hauptquelle des Islam darstellt, wurde die tragende Säule der Schariat, des Staates, des Systems und der herrschenden Klasse der Seldschuken und der Osmanen, sowie ihrer Ausbeutungsmechanismen.

Da der batinitische Islam sich nicht zu einem Staat entwickeln konnte, hat er sich nicht nach außen geöffnet, sondern kehrte sich nach innen, wurde selbst und rein. Es entstand zwar kein Staat, aber als historisch letzter Vertreter der gemeinschaftlichen Werte vereinigte der Batinismus die gesamte gesellschaftliche Opposition der damaligen Zeit, mit dem Traum einer eines Tages erreichbaren Verwirklichung seiner Ideale. In ländlichen Teilen Anatoliens entstanden, unter dem Druck des orthodoxen Islam, in sich geschlossene autarke, sich selbst regierende homogene Dorfgemeinschaften mit weltlich-religiösen Eigenschaften. Die sich in der Form der Dorfgemeinschaften äußernde Bewegung hatte zur Folge, daß der Islam eine Religion des Volkes und einTeil Anatoliens wurde. Indem er sich im Volk fand, ermöglichte er das Überleben der Volkskultur. Unter den Sprachen, der anatolischen Bevölkerung wurde die am meisten verbreitete Sprache, nämlich das Türkisch, als Werkzeug für Verständigung und Vereinigung auserkoren und somit eine Sprach- und Kultureinheit im Volke gegründet.

Während sich im Volk diese Entwicklungen abzeichneten, entwickelten sich der formalistische Islam, in den "medrese" (Schulen), und der ihn unterstützende Staat nach dem Vorbild der Omajaden, der Abbasiden, der Byzantiner und der Sasaniden. Es entstanden in Anatolien zwei verschiedene Welten und Gesellschaften mit unterschiedliche Sprache, Religion und Kultur.

Zwar konnten die Aleviten, in dieser Situation, ihre gesellschaftlichen Interessen nicht in einer breiten Volksbewegung organisieren, dennoch konnten sie die geistigen Bedürfnisse sowie die Alltagsbedürfnisse der Menschen Anatoliens erfüllen. Das wirtschaftliche und demokratische Verlangen konnte durch die Aleviten beantwortet werden.

Der Widerspruch zwischen Volk und Staat fand äußerlich zwischen Batinismus und Orthodoxie, konkret zwischen der den Staat repräsentierenden Schariat und den das Volk repräsentierenden Aleviten statt. Man kann auch sagen, daß die Klassenkämpfe in der Form der Auseinandersetzung zwischen Staat und den Aleviten stattfanden.

Dadurch, daß die Safeviden oder der Erdebil Orden sich im Iran zu einem Staat entwickelten, nahm das Bewußtsein des anatolischen Volkes, das heißt, der Glaube des anatolischen Volkes, im Iran an der Regierung teil. Zu diesem Zeitpunkt fand sich die geistige Führung des Alevitentums in der Person Haci Bektaq Veli wieder. Dieser Derwisch, der aus Horasan stammte bot nunmehr die Quelle des Glaubens und der Philosophie des Safeviden-Staates. Durch die erstmalige Teilnahme am Staatswesen konnten die urislamischen Werte hinterfragt, anders gedeutet und interpretiert werden.

Der kontraire Schariat-Staat wurde von Yavuz Sultan Selim und seinen Nachfolgern vertreten. Sie hielten sich an die strengen Regeln/Gesetze des orthodoxen Sunnitentums und wurden zum größten Feind des andersglaubenden Volkes. Sie verhielten sich so, als würden sie auf der arabischen Halbinsel leben, denn ihre Sprache und Kultur entsprach der in Mekka und Medina. Im grunde war der Konflikt zwischen der Schariat und dem batinitischen Orden in Anatolien nichts anderes als der Klassenkampf zwischen den Völkern und den herrschenden Osmanen. Die Geschichte des Widerstandes gegen die Schariat ist in Wirklichkeit die Geschichte des anatolischen Kampfes. Der alevitische Glaube fand seinen Platz eindeutig im Widerstand gegen die osmanische Unterdrückung.

" Warte nur Hizir Pascha,

Auch deine Pläne werden durchkreuzt.

Dein Sultan, auf den Du Dich verläßt,

Auch er wird eines Tages gestürzt."

So beschreibt Pir Sultan Abdal den Glaubens- bzw. Gedankenaufstand des Volkes in seinem Gedicht. Er und viele andere seines Charakters haben mit ihren Werten (Liedern/Gedichten) einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, den Islam mit menschlichen Werten zu ergänzen und damit einen Volksglauben zu schaffen, der die Schariat eindeutig ablehnt.

" Sollten die Richter und Mufti mich verurteilen,

Sollten sie mich erhängen,

Sollten sie mich köpfen,

Ich werde von meinem Weg nicht kehren."

Obwohl der osmanische Staat mit harten Maßnahmen gegen die aufständischen Aleviten vorgegangen war, konnte deren Widerstand gegen die Unterdrückung und politische sowie religiöse Ungerechtigkeit nicht gebrochen werden, so daß es immer wieder zu Aufständen kam. Die Unterdrückung der Aleviten durch den osmanischen Staat hatte letztlich die Folge, daß die Aleviten unter der Aufrührerschaft von Pir Sultan Abdal an der Seite der Safeviden-Schahs am Kampf gegen den osmanischen Staat teilnahmen.



Die Welten des Pir Sultan Abdal

Bei Pir Sultan Abdal existieren zwei Welten, die wiederum miteinander verbunden sind, so daß ohne die eine die andere nicht sein kann.

Eine der beiden Welten enthält im allgemeinen die Werte aus den Zeiten vor der Zivilisation und speziell die Werte der Völker, die mit deren Wanderung von Asien nach Anatolien mitgeflossen sind. Dies ist die Welt, die von eh her von der Menschheit umarmt wurde, aber stets von seiten der Unterdrücker mit der Vernichtung bedroht war. Dennoch wurden diese Werte des Alevitentums am Leben erhalten. Dabei bedienten sie sich batinitischer Ordensstrukturen.

Pir Sultan Abdal ist die nährende Quelle für die Welt der Pir Sultan Abdals. Fern der Orthodoxie ist er ein Teil göttlicher, weltlicher Quelle an sich, nämlich;

- Die Liebe zu Hak (Schöpfer/Gerechtigkeit), Muhammet, Ali, Hasan, Hüseyin, Hatice, Fatma, Haci Bektas, Seyit Ali, Ebu Müslim, Mehdi, Nesimi und Mansur.

- Anhängerschaft zu den 12 Imamen, Masumu Pak und Kemer-Best, Erdebil Orden, den Dreien, den Sieben, den Vierzig, den Weisen, den Wissenden.

- Abscheu gegenüber Muaviye, Yezid, Mervan, Mülcemoälu, Melik Padischah, Hizir Pascha und den anderen Despoten.

- Einhaltung der Regeln des Alevitentums

Die Leistung der Gegner Pir Sultans ist darin zu sehen, daß sie sich von einer Soziologie der Volksgruppe zu einer Soziologie der Gesellschaft entwickelt haben. Die Welt ist eine Welt, in der Werte, die die Menschheit in 7000 Jahren geschaffen hat, wie Teilen, Solidarität, und Gleichheit immer wieder neu interpretiert werden müssen, um gesellschaftliche Konflikte zu lösen. Man muß seine traditionelle Quelle oder Herkunft immer wieder hinterfragen, um Logik und Wissen im Volk zu verbreiten. In diesem Zusammenhang ist das "sich organisieren" des Volkes eine Soziologie; und damit die Grundlage für den Kampf um Demokratie und Laizismus.

Dieser leitende Gedanke im alevitischen Denken beinhaltet zugleich:

- Die Liebe zur Natur, die Beziehung zur Natur, die Kritik am Menschen durch Nachfragen der Natur.


Gefragt habe ich die gelbe Herbstzeitlose.

Hast Du weder Vater noch Mutter ?

Warum fragst Du Dervisch ?

Die Erde meine Mutter,der Regen mein Vater


Gefragt habe ich die gelbe Herbstzeitlose.

Den Stab in ihrer Hand.

Gottes Wort in ihrem Mund.

Das Dervischtum in der Herbstzeitlose.


PIR SULTAN mit den Wissenden

Die Güte im Gesicht,

Mit den weißbärtigen Weisen.

Das Dervischtum in der Herbstzeitlose.



Gott ist der, der durch Bezeugung geheiligt wird; der "nackt" ist und den "nackten" Kampf anführt; der geehrt wird.

Er ist die Schönheit der Geliebten; das Feuer der Liebe; das Leid der Trennung.

Er ist die Sehnsucht nach dem Freund, nach dem Partner, nach dem Geliebten.

Er muß die Fehler und Mängel der Gesellschaft nicht den Unwissenden und schlechten Menschen anlasten, sondern muß sie in einem System, das er geschaffen hat, suchen.

Und das Haupsächliche ist, gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit sowie Plünderei Widerstand zu leisten und den Kampf aufzunehmen; die Hoffnung zum Erfolg zu kommen, muß lebendig bleiben.


Diese beiden Welten des Pir Sultan Abdal oder aller Pir Sultans wurden geformt, als noch nicht die Systematik von Lüge und List, Unterdrücker und Unterdrückte offenbar war. Diese beiden Welten vereinigten sich, um das Wohl des Volkes anzustreben. Hieraus leiten sich das Bewußtsein, das Wissen, die Kultur und die Revolutionsgeschichte des Volkes ab.

Die wichtige Eigenschaft dieser Welt, ist ihre Eigenschaft als Brutstätte des alevitischen Glaubens. Der Alevit, der sich der Sache der Pir Sultans anschließt, hat mit seiner zeitgenössischen Selbstkritik dafür zu sorgen, daß das Traditionelle erhalten und erfrischt und mit vereinendem Engagement ins Leben gerufen wird.

Die "Vereinigung Pir Sultan Abdals" ist eine bürgerliche Vereinigung, und hat nicht weniger dringend die Aufgabe, sich dafür einzusetzen, daß ein demokratisches und laizistisches Leben verwirklicht wird. Pir Sultan Abdal symbolisiert die Freiheit statt Unterdrückung, Gleichheit statt Sklaverei, die Aufrichtigkeit statt Lüge, das Eigene statt des Fremden und die Logik statt des blinden Glaubens. Es ist selbstverständlich, daß auch Organisationen, die seinen Namen tragen, den gleichen Weg beschreiten werden.
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